Eine ganz gewöhnliche Reitstunde

Hier gebe ich einen Gedanken, einen Eindruck wieder, der sich sehr oft wiederholt in den Reitstunden, die ich gebe.

Thema “Übergänge hinunter”. …………..

Was ich dabei beobachte: Viele Reiter sind mit der höheren Gangart (Galopp, Trab) so sehr beschäftigt und vielleicht sogar körperlich angestrengt, dass sie nach dem erfolgten Übergang, sagen wir mal vom Galopp in den Trab, vergessen weiter zu reiten. Sie geben dabei ihre eigene Körperspannung auf, lassen die Zügel zu schnell viel zu lose, geben damit die Verbindung zum Pferd auf und bummeln dann, wohl mehr unbewusst als bewusst, mit dem Pferd auf dem Hufschlag herum. Landläufig sagt man dazu: Das Pferd zerfällt.

Und ich in meiner Position als Außenstehender, als Zuseher, ich sehe das natürlich besonders deutlich, wenn der Reiter aufhört zu reiten und er das Pferd unter sich verliert.

Wie sollte der Übergang dann tatsächlich aussehen? Beginnen wir beim Reiter, er leitet den Übergang in die niedrigere Gangart ein und sollte nun besonders konzentriert bleiben und auf einige Dinge besonders achten. Er sollte seinen eigenen Körper weiterhin in lockerer Saṕannung, also  in Form halten. Weiter Atmen,  und die Zügel im Kontakt behalten (nicht ziehen und nicht alles nachgeben, bzw. herschenken). Der Reiter hat weiterhin die Aufgabe die Schultern seines Pferde zu platzieren, er will ja  auf der vorgesehenen Linie (Zirkel, ganze Bahn, Hufschlag,……….) bleiben. Der Reiter muss seine Aufmerksamkeit darauf lenken, dass sein Pferd in der niedrigeren Gangart seine Energie nicht verliert, dass es weiter geht, fleißig und ohne zu eilen,  so dass es auf keinen Fall beginnt zu bummeln.

Ermüdet der  Reiter selbst noch zu schnell beim Galoppieren, so muss er sich den Galopp nur für eine kurze Zeitspanne vornehmen, so dass er noch genug Kraft und Konzentration hat, um das Pferd in einen schönen, elastischen Trab zu bringen, anschließend in einen losgelassenen aber fleißigen Schritt. Und dann erst kann der Reiter sich ausruhen, wenn er sein Pferd z.B. anhält und still stehen lässt bei hingegebenen Zügel. Dabei kann er  sich selbst voll und ganz entspannt und seine Gedanken auch mal aus der Reitbahn hinaus schweifen lassen, die Beine aus den Bügeln nehmen und sich lang machen.

Ist der Reiter erholt und wieder bei Kräften, so kann er den nächsten Übergang versuchen zu reiten und dabei all die Dinge versuchen im Auge zu behalten um sein Pferd zu anzuleiten und zu führen, bis es wieder still steht.

Das ist eine Übung in Konzentration, ja schon fast eine Meditation.

Viel Erfolg beim Üben wünsche ich euch!

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